Macht KI uns dümmer?
Es ist schon ironisch: Während uns KI-Tools wie ChatGPT, Claude oder Gemini den Alltag spürbar erleichtern, wächst gleichzeitig die Sorge, dass wir durch deren Nutzung langsam, aber sicher geistig abbauen.
Dass diese Sorge berechtigt sein könnte, zeigt ein Blick in die Forschung. Einer vielzitierten Untersuchung des MIT zufolge erbrachten Menschen, die intensiv LLMs zum Schreiben von Essays nutzten, anschließend schlechtere Leistungen in sprachlichen und anderen Bereichen (vgl. https://arxiv.org/pdf/2506.08872). Eine Studie aus der Schweiz wiederum betont, dass das sog. „Cognitive Offloading“, also wenn wir uns mehr auf KI als auf den eigenen Kopf verlassen, negative Auswirkungen auf unsere kritischen Denkfähigkeiten haben kann (vgl. https://www.mdpi.com/2075-4698/15/1/6).
Puh, harter Tobak. Allerdings decken sich die Ergebnisse mit dem, was ich in meiner Anfangszeit als KI-Nutzerin selbst erlebt habe. Besonders unangenehm war ein Moment, als ich die Antwort einer KI übernehmen wollte, mir aber Zweifel kamen und ich bei der Überprüfung erkannte, dass die KI „halluziniert“ und sich auf eine nichtexistente Studie berufen hatte.
Dieser Moment war ein Weckruf und mir wurde klar, dass ich reflektierter mit der Technologie umgehen muss. Seitdem befolge ich folgende vier Regeln bei der Anwendung von KI:
🧠 Brain first, AI second
Schwierige Aufgaben bearbeite ich bewusst alleine. KI kommt erst anschließend ins Spiel.
⚔️ KI als Sparringspartner
Anstatt KI als Erfüllungsgehilfin zu nutzen, bitte ich sie um Gegenargumente – das fördert mein kritisches Denken.
🔍 Verifizieren statt Copy-Paste
Ich übernehme KI-Antworten niemals blind, sondern überprüfe sie aktiv.
👤👤👤 Mit Team austauschen
LLMs wissen oftmals nicht, was in der Praxis funktioniert. Die Expert:innen in meinem Team hingegen schon.


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