114.000 Betrieben droht das Aus – und das jährlich bis 2029!
Diese Schreckenszahl stammt nicht von mir, sie stammt aus dem im Januar veröffentlichten Nachfolge-Monitoring Mittelstand der KfW.
Zugegebenermaßen war ich erschüttert, als ich erfuhr, dass erstmals mehr Mittelständler:innen ihr Unternehmen stilllegen wollen, als es zu übergeben – der Mittelstand ist schließlich das wirtschaftliche Rückgrat unseres Landes!
Bei der Durchsicht des Monitorings fiel mir dann allerdings auf, dass die Nachfolge im Mittelstand gerade nicht an mangelndem wirtschaftlichem Erfolg scheitert, sondern an drei ganz anderen Punkten:
Babyboomer gehen in Rente, familiär übernimmt niemand:
57 % aller Chef:innen sind heute 55+ Jahre und bereiten sich auf die Rente vor. Innerhalb der Familie ist das Interesse an einer Übernahme begrenzt, zudem sinkt die Bereitschaft, das mitunter harte Leben als Unternehmer:in zu führen.
Überbordende Bürokratie in Deutschland:
42 % aller Chef:innen nennen die Bürokratie hierzulande als wichtigen Schließungsgrund. Rechtliche Prüfungen, Steuerfragen, Meldepflichten – der Aufwand schreckt immer mehr Menschen ab.
Gestiegene Preisvorstellungen für Unternehmensübergabe:
499.000 € – diesen Kaufpreis setzt die Senior-Generation im Durchschnitt für ihr Unternehmen an. Das ist preisbereinigt ein Plus von 9,5 % gegenüber 2019 – und für junge Nachfolger:innen eine enorme Finanzierungshürde.
So weit, so aufschlussreich. Und nun? Für mich ist klar, dass die Politik nicht über Nacht die Bürokratie abschaffen wird. Aber deshalb die Flinte ins Korn werfen? Auf keinen Falll! Hier drei Lösungswege, um die Nachfolgekrise zu bewältigen:
🌐 Das Unternehmen digitalisieren
Viele Betriebe sind zu 100 % auf die Person der:des Inhaber:in zugeschnitten. Wenn er:sie geht, bricht alles zusammen. Deshalb besser das Unternehmen rechtzeitig digitalisieren – das senkt das Risiko für Nachfolger:innen massiv und steigert den Unternehmenswert.
🤜🤛 Neue Führungsmodelle denken
Warum muss Unternehmertum immer „Rund um die Uhr“-Aufopferung bedeuten? Wie wäre mit Co-Leadership-Modellen (= zwei Nachfolger:innen teilen sich die Führung) oder Management-Buy-ins (= erfahrene Angestellte übernehmen)?
🤝 Realistische Brücken bauen bei der Finanzierung
Ein hoher Kaufpreis ist legitim, darf aber den Deal nicht killen. Lösungen wie Verkäuferdarlehen, Earn-out-Klauseln oder die schrittweise Übergabe nehmen den Druck aus der Finanzierung – und sichern das Lebenswerk ab.
Mein Appell an alle Inhaber:innen: Wartet nicht, bis der Ruhestand vor der Tür steht. Plant lieber jetzt vor, um Arbeitsplätze zu sichern und eure Lebensleistung zu bewahren.
Ich unterstütze euch gerne dabei!









