Wenn Tradition zur Innovations-bremse wird.

Tradition ist ein Hindernis in vielen mittelständischen Betrieben.

Ich meine damit allerdings nicht die kulturelle Tradition der Unternehmen, sondern vielmehr ihre technische. Konkret ausgedrückt: das Festhalten an sog. „Legacy-Systemen“, also veralteter IT-Hard- und Software. Getreu dem Motto „Never change a running system“ behält man diese auf Biegen und Brechen bei, obwohl die Mängel offensichtlich sind:

👎 Fehlende Flexibilität
Systeme, die für Desktop-PCs und interne Netzwerk gebaut wurden, bremsen heute jeden Außendienst aus. Statt effizienter, mobiler Prozesse dominieren Papier, instabile Verbindungen und umständliche Oberflächen.

👎 Fehlende Integrationsfähigkeit
Moderne Tools könnten längst wertvolle Prognosen liefern, doch ohne APIs bleibt nur der Umweg über CSV-Exporte, Excel-Aufbereitung und manuelle Importe. Das Ergebnis sind Datensilos, Redundanzen und endlos Zeit, um aus Rohdaten endlich handlungsrelevante Erkenntnisse zu gewinnen. 

👎 Fehlende Echtzeitfähigkeit
Der Onlineshop meldet „verfügbar“, aber das ERP aktualisiert Bestände nur alle paar Stunden. Während Wettbewerber:innen jede Änderung sofort verarbeiten, entstehen Überverkäufe, Stornos und unnötiger manueller Aufwand.

👎 Unsauberer Code
Über Jahre direkt im Kern angepasster Code verhindert saubere Weiterentwicklungen. Sicherheitsupdates werden zum Risiko für die gesamte Logik. Viele Unternehmen verharren gerade auch deshalb bei veralteten Software-Versionen.


👎 Abhängigkeit von Einzelpersonen
Wenn zentrale Systeme auf über die Jahre gewachsenen Eigenlösungen basieren, die nur noch ein:e langjährige:r Mitarbeiter:in versteht, wird’s richtig kritisch – und schlechterdings unmöglich, neue Talente zu gewinnen, die mit solchen Strukturen arbeiten wollen.


So weit, so unschön.

Um der Lage wieder Herr zu werden, braucht es jedoch zum Glück keinen radikalen Neustart. Evolutionäre Ansätze machen deutlich mehr Sinn, etwa indem man einzelne Funktionen schrittweise durch moderne Services ersetzt oder die Infrastruktur Schritt für Schritt in die Cloud verschiebt. Falls ihr mehr dazu erfahren wollt, wendet euch einfach an mich 😁

Avatar von Mirjam Lingner

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